Willkommen
auf der Seite von Stefan Lindl
Weitgehend aktuell informiere ich auf diesen Seiten über Veranstaltungen, Publikationsprojekte und meine dekonstruktivistischen Denkansätze, die ihre Brennpunkte in den Schlagworten "Der Umgang mit dem Gewordenen" (tertium comparationis), "Vergleich des Unvergleichlichen" (Epoché sowie Prinzip der Dekonstruktion) und "Maieutik" (kognitiver Habitus) finden. Zudem werden Sie Informationen zur Entwicklung der "Dispositionenanalyse" und der "Dispositionengeschichte" allgemein und zu ihrer speziellen Ausprägung in der Regional- und Landesgeschichte finden. Sie ist eine Anwendung dieser dekonstruktiven Ansätze in den historischen Wissenschaften.
Über das Gesamtprojekt: Umgang mit dem Gewordenen
Die Trilogie "Gestalten des Gestaltens" und das neue, übergreifende Buchprojekt "Vergleich des Unvergleichlichen"
Seit November 2008 ist die Trilogie "Gestalten des Gestaltens" abgeschlossen. Der Inhalt der drei Bücher "Nackt" (2005), "Blendend" (2006), "Entsprechend" (2008) behandelt den "Umgang mit dem Gewordenen". Das heißt, die Teilbände fragen, in welchen Modi es Menschen möglich ist, das Gewordene nach ihren Ideen zu gestalten.
In den nächsten Monaten entsteht eine Monographie, in der Kultur unter dem "Umgang des Gewordenen" betrachtet wird. Nicht nur die Gestaltungs Modi für kulturelle Konstitutionen werden darin betrachtet, sondern auch Gestaltungsqualitäten (Innovation und Wiederholung) und Rahmenbedingungen kultureller Konstitionen (wollen-müssen-können) werden darin beleuchtet:
Vergleich des Unvergleichlichen. Grundzüge der Dispositionenanalyse. Eine dekonstruktivistische Erkenntnismethode.
Dieses Buch ordnet Wissen neu. Bestandteile des Wissens werden aus ihrem Kontext gebrochen und nach drei Gestaltungsarten ausgerichtet. Dadurch wird selbst das „Unvergleichlichste“ vergleichbar. Ungeahnte Verbindungen und Spielregel treten hervor, die zuvor nicht denkbar waren.
Jedes Produkt menschlichen Tuns steht in einer Tradition, dem Gewordenen. Jede neue kulturelle Konstitution greift auf das Gewordene zurück. Dabei muss der Gestalter eine (un-) bewusste Wahl treffen, wie er mit dem Gewordenen umgeht: Er kann es belassen, überformen oder überformend belassen. Die Klassifizierung des gestalterischen Umgangs mit dem Gewordenen ermöglicht eine unspezifische Vergleichsgrundlage für inhaltlich völlig unterschiedliche Konstitutionen, die darüber hinaus nichts verbindet: Ein Remix lässt sich neben einen Gesetzesentwurf stellen. Die neue Anordnung fern ihres Kontexts und der reizvolle Vergleich beider bewirkt eine „natürliche“ Epoché, mit der die Dekonstruktion möglich wird. Auch das eigene Dekonstruieren wird nach dem Umgang mit dem Gewordenen klassifiziert. Vergleichend fließt es ebenso in die Dekonstruktion ein. So vollzieht sich eine Dekonstruktion des Dekonstruierens.
Der letzte Band der Trilogie: "Entsprechend" - Gestalten des Gestaltens 3, erschienen im November 2008
Klappentext: Baudelaire spürt im Sonett "Correspondances" den sublimen Entsprechungen von Materie und Geist nach, den Gemeinsamkeiten des Menschen mit dem ihm so fremden Außerhalb. Es ist für ihn gewöhnlich kryptisch. Baudelaire sah die besonderen Fähigkeiten des Poeten darin, die konfusen Parolen des Außerhalbs entschlüsseln zu können. Deswegen sei es ihm möglich, Allegorien zu verfassen, entsprechende Gestaltungen über das Gewordene.
Wir bezeichnen Gestaltung als harmonisch, wenn sie entsprechend auf das Gewordene antwortet. Entsprechendes Gestalten belässt weder das Gewordene nackt, noch lässt es das Gewordene hinter einer Blende verschwinden. Es gibt dem Gewordenen Neues, ohne ihm Fremdes hinzuzufügen. Eine Allegorie des entsprechenden Gestaltens wäre die ideale Liebe: Zwei Wesen, die in gegenseitiger Achtung verbunden sind und in ihrer Einheit etwas Neues bilden. – Der Mensch als sanfter, verantwortungsbewusster, moralischer Gestalter; der ideal liebende Mensch ohne Unterwürfigkeit und ohne Dominanz.
Der erste Band der Trilogie: "Nackt", erschienen im Oktober 2005
Klappentext: Kaum ist es möglich, über das Nackte zu reflektieren, ohne auf den Porno, den Akt, auch auf Scham, Skopophilie und auch die Orte der legitimierten, schamlosen Nacktheit und des nackten Blickens einzugehen: Auf Kliniken, Striptease-Lokale, Bordelle, Badeanlagen und Aufklärungssatelliten etc. All das gehört zum Diskurs des Nackten. Doch 'Nackt' wird darüber hinaus als Allegorie verwendet. Als Allegorie auf das Unbearbeitete, Nicht-Kultivierte und Belassene im Prozess des Gestaltens.
'Nackt', der erste Band der Trilogie 'Gestalten des Gestaltens', ist eine Reflexion über das bewusste Nicht-Gestalten. Nacktes Gestalten bedeutet, etwas so zu belassen, wie es ist.
Es gibt kein nacktes Gestalten ohne das symptomatische Verschwinden des Gestalters. Er verschwindet, denn er hat Achtung und Respekt vor dem Gewordenen, vor dessen Erscheinung er seine (gestalterische) Nichtigkeit fühlt. Nichts könnte seiner Meinung nach einen Gedanken besser ausdrücken als das nackte, unverfälschte Gewordene selbst. Das Nackte scheint ihm voller letztgültiger Autorität, als sei es heilig, unantastbar überhöht. Es verändern, hieße ein Sakrileg begehen.
Der zweite Band der Trilogie: "Blendend", erschienen im Oktober 2006
Klappentext: Von der Strafe des Blendens, über das Trompe l’Œil, zum Terror – diese Serie zeugt von Verschwinden, Betrug, Dominanz. Blendendes Gestalten richtet sich immer gegen das Gewordene, möchte verändern, zerstören, um neu zu beginnen. – Ohne diese dominante Form des Gestaltens gäbe es nicht das Menschlichste: Kultur.
Das Blenden, das Bewirken der Blindheit, trägt Verlust in sich. Dagegen fügt die Blende auch etwas hinzu. Ein Trompe l’Œil bereichert das Bestehende um eine Oberfläche, die verschwinden lässt, was sie verblendet. Auf Verlust und Hinzugewinn baut auch der Verblendete. Er akzeptiert nicht die Differenz von Wirklichkeit und Vorstellung von ihr, sondern sucht die Assimilation. Das Außen an innere Pläne anzugleichen, ermöglichen großer Aufwand oder Gewalt. Ackerbau ist eine Form dieser Assimilation, Terror und Konzentrationslager sind andere.
